Krankheitsbilder

Das Herz bildet den Mittelpunkt des gesamten Kreislaufsystems mit einem eng gesponnenen Netz aus ganz unterschiedlichen Blutgefäßen. Oft wird dafür das Bild der „Pumpe“ verwendet, die das Blut zirkulieren lässt. Aber damit wird man dem Herzen in all seiner Komplexität kaum gerecht. Denn das Herz reagiert permanent auf Einflüsse, die von außen und innen einwirken. Es nimmt wahr und reguliert, es gleicht aus und steuert, es staut und impulsiert den Blutfluss. Der Herzschlag ist niemals statisch, er variiert ständig, keiner gleicht dem anderen. Ausgleich und Elastizität sind Zeichen eines gesunden Herzens.

Allerdings ist diese Beweglichkeit immer häufiger in Gefahr, arterielle Ablagerungen machen die Herzkranzgefäße starr und unelastisch. Dabei könnten wir so viel tun. Denn kaum etwas prägt die Gesundheit des Herzens so sehr wie Stress, Hektik, einseitige Ernährung, zu wenig Bewegung, Rauchen, Alkohol.

Dieser Entwicklung setzt die Anthroposophische Medizin besondere Konzepte entgegen: während akute Infarkte in Anthroposophischen Kliniken natürlich zunächst notfallmäßig versorgt werden, geht es in der langfristigen Therapie und auch in der Prävention darum, beim individuellen Lebensstil der Patienten anzusetzen.

Da diese Lebensstilveränderungen meistens nicht leicht fallen, gibt es in zwei großen Anthroposophischen Akutkliniken (Herdecke und Havelhöhe) so genannte „Herzschulen“ als ambulante Therapieprogramme, in denen Herzpatienten und ihre Angehörigen lernen, was sie selber tun können, damit sich ein Herzinfarkt nicht wiederholt – oder gar nicht erst eintritt. Besondere Elemente der Anthroposophischen Medizin wie Heileurythmie und Kunsttherapie sind ebenfalls Bestandteil der Herzschulen.

Zu den Herzschulen der Anthroposophischen Kliniken

… Die » Havelhöher Herzschule stellt sich vor

…  Die » Herdecker Herzschule stellt sich vor

 

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Während ein Burn-out gesellschaftlich eher akzeptiert wird, ist eine Depression für viele Menschen noch immer ein Makel und deshalb ein Tabu. Die Betroffenen schämen sich und verstecken ihre Erkrankung. Denn wer an einer Depression leidet, fällt schnell aus unserer auf Effizienz getrimmten Leistungsgesellschaft heraus. Scham und Einsamkeit sind oft die Folge.

Eine Depression betrifft immer den ganzen Menschen, also Körper, Seele und Geist. Dementsprechend ganzheitlich setzt die Anthroposophische Medizin an: von  Biographiearbeit über künstlerische Therapien bis hin zur Psychotherapie zieht sich der multimodale Ansatz der Anthroposophischen Medizin.

So hat die Anthroposophische Medizin mittlerweile verschiedene klinische Konzepte mit einem vielseitigen therapeutischen Angebot entwickelt, die der Überzeugung folgen, dass es mehr braucht als Psychopharmaka, um die negativen Kreisläufe zu durchbrechen, die sich in der Depression entwickeln.

Wo gibt es Anthroposophische Psychotherapie?

Sie suchen einen anthroposophischen Psychotherapeuten? Bei der » Deutschen Gesellschaft für Anthroposophische Psychotherapie können Sie sich informieren!

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Diabetes ist zur Volkskrankheit geworden: etwa 7 Prozent aller Deutschen über 45 Jahre sind an Typ-2-Diabetes erkrankt, bei den über 65-Jährigen sind es sogar mehr als 17 Prozent. Die Dunkelziffer ist hoch, da viele der Betroffenen (noch) nicht wissen, dass sie erkrankt sind. Auch Kinder und Jugendliche sind zunehmend betroffen. Vor allem Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung begünstigen diese Form der Zuckerkrankheit.

Die Anthroposophische Medizin geht davon aus, dass Diabetes eine Krankheit ist, die verschiedene Dimensionen hat und deswegen mehr bedeutet, als „nur“ ein gestörter Blutzuckerspiegel. Zum Beispiel entwickelt sich gleichzeitig zum Diabetes häufig eine Tendenz zur Sklerose, also zu Verhärtungsprozessen. Heute weiß man außerdem, dass viele Menschen mit Diabetes gleichzeitig eine Depression haben bzw. die Depression ein Risikofaktor für die Entstehung von Diabetes ist.

Bei einem so vielschichtigen Krankheitsbild muss auch die Therapie auf verschiedenen Ebenen ansetzen, also neben der körperlichen auch die seelisch-geistige Ebene ansprechen. Die Anthroposophische Medizin geht darüber hinaus davon aus, dass Diabetes mit einem Therapiekonzept behandelt werden sollte, das vor allem den Lebensstil mit Ernährung und Bewegung umfasst.

Die Behandlung von Diabetes wird in der Anthroposophischen Medizin sowohl ambulant als auch stationär angeboten. Neben der allgemeinen Diabetes-Therapie gibt es in der Anthroposophischen Medizin auch spezifische Konzepte, zum Beispiel für Kinder und Jugendliche mit Diabetes (am Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke) sowie für Schwangerschaftsdiabetes.

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In den letzten Jahren hat sich die Therapie von Bluthochdruck deutlich gewandelt: vom Handeln zum Behandeln. Denn es gibt wenige Krankheitsbilder, die so viel mit dem Lebensstil zu tun haben wie der Bluthochdruck. Ernährung, Bewegung und Stressreduktion sind die wichtigsten Elemente, die – so zeigen moderne Studien inzwischen ganz klar – in der Regel mehr ausrichten können als Medikamente.

Dieser Überzeugung ist auch die Anthroposophische Medizin, die für die Bluthochdruck-Patienten ein besonderes Therapiekonzept entwickelt hat, das inzwischen breit angewendet wird: das Drei-Typen-Konzept. Entwickelt wurde dieser Ansatz im Anthroposophischen Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke, um den Patienten die Möglichkeit zu geben, ihr Leben so zu verändern, dass Einseitigkeiten der Konstitution ausgeglichen werden. Dadurch sinkt der Blutdruck und die Lebensqualität verbessert sich.

Das Drei-Typen-Konzept umfasst maßgeschneiderte Programme für den Stress-Typ, den Bauch-Typ und den Chaos-Typ. Damit kann die Therapie bei der jeweiligen persönlichen Situation ansetzen und den Patienten individuell unterstützen. Die ganzheitliche Perspektive umfasst Vorschläge für Bewegung, Ernährung sowie für Körper- und Seelenpflege.

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Heute treten Allergien – vor allem bei Kindern – immer häufiger auf. Bei einer Allergie kommt es zu einer überschießenden Reaktion des Immunsystems auf eigentlich unschädliche Substanzen (Allergene). Inzwischen geht die Medizin davon aus, dass die Zunahme dieser Krankheitsbilder, also Heuschnupfen, Asthma und Neurodermitis, mehr mit unserem „westlichen“ Lebensstil als mit der genetischen Disposition zu tun hat.

Dementsprechend spielt der Lebensstil in der Behandlung von Allergien in der Anthroposophischen Medizin eine zentrale Rolle – ebenso wie in der Allergieprophylaxe. Vor einigen Jahren konnte eine große schwedische » Studie zeigen, dass Kinder, die viel draußen spielen, die zurückhaltend geimpft sind und in ihren ersten Lebensjahren keine Antibiotika bekommen haben, ein deutlich geringeres Risiko haben, im späteren Leben an einer Allergie zu erkranken.

Der ganzheitliche Ansatz der Anthroposophischen Medizin, bei dem Medizin und Pädagogik ineinandergreifen, eignet sich sehr gut für eine Behandlung von Allergien: Kinder sollten zum Beispiel viel Kontakt mit der natürlichen Umgebung haben, sie sollten sehr viel draußen sein, im direkten Kontakt mit Wald, Pflanzen und Bauernhoftieren. Sie sollten gestillt werden und anschließend viel Vollwertkost bekommen. Fieberhafte Erkrankungen sollten (möglichst ohne fiebersenkende Mittel) in Ruhe ausheilen können. Antibiotika sollten für den absoluten Notfall reserviert bleiben. Impfungen sollten nicht zu früh erfolgen.

Darüber hinaus kennt die Anthroposophische Medizin verschiedene gut wirksame Arzneimittel, die spezifisch eingesetzt werden können. Außerdem können Allergien gut mit Heileurythmie oder Kunsttherapie behandelt werden. Auch eine bewusst eingesetzte Stärkung der Sinne hat sich bei Kindern sowohl in der Allergie-Prävention als auch in der Therapie bewährt.

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Grundsätzlich kann die Anthroposophische Medizin bei allen akuten und chronischen Krankheitsbildern eingesetzt werden. Besonders häufig kommt dieser Ansatz ins Spiel, wenn Patienten wissen wollen, was sie selbst für sich tun können, damit es ihnen langfristig besser geht – zum Beispiel bei Allergien, Bluthochdruck, Diabetes, Demenz oder Krebs.

Wichtig: Die Anthroposophische Medizin will keine Alternative zur konventionellen Medizin sein - sie wird vor allem bei schweren Krankheitsbildern in der Regel ergänzend eingesetzt.

Hier finden Sie Informationen und weiterführende Links zu verschiedenen Krankheitsbildern, die in der Anthroposophischen Medizin besonders häufig behandelt werden: