Integrative Medizin

Für die meisten Menschen sind Naturheilverfahren, Homöopathie oder Anthroposophische Medizin keine Alternative zur konventionellen Medizin, sondern eine Ergänzung. Eine solche Kombination von komplementärer und konventioneller Medizin wird seit einigen Jahren als "Integrative Medizin" bezeichnet.

Für die Anthroposophische Medizin ist dieser integrative Ansatz ganz selbstverständlich - versteht sie sich doch seit ihrer Entwicklung vor rund 100 Jahren explizit als Erweiterung und nicht als Alternative zur modernen konventionellen Medizin.

Ihre Stärke entfaltet die Integrative Medizin insbesondere da, wo die konventionelle Akutmedizin mit ihren Hightech-Möglichkeiten oft an ihre Grenzen stößt: bei der Therapie chronischer Erkrankungen. Weltweit nehmen diese Erkrankungen, die viel mit dem "westlichen" Lebensstil zu tun haben, stark zu. In der Integrativen Therapie geht es in der Regel darum, Gesundungskräfte, Wohlbefinden und Eigeninitiative der Patienten zu stärken sowie Begleit- und Folgeerkrankungen zu verhindern. Einige Krankheitsbilder wie zum Beispiel Bluthochdruck können mit Lebensstilveränderungen, die in der Integrativen Medizin im Fokus stehen, sogar vollständig geheilt werden.

Die Integrative Medizin wird global immer stärker nachgefragt. Patient/innen wollen heute selbstverständlich integrativ medizinisch behandelt werden. In Europa hat sich die Integrativmedizin aus einer langen Tradition verschiedener komplementärer Verfahren entwickelt und ist traditionell fest etabliert. In Deutschland nutzen bis zu 70 Prozent der Bürger/innen Ansätze der Komplementärmedizin. In den USA, Asien und Lateinamerika wächst die Bedeutung von integrativ-medizinischen Konzepten ebenfalls.

Auch Ärztinnen und Ärzte greifen selbstverständlich auf komplementärmedizinische Verfahren zurück: Heute wenden von den 150.000 ambulant tätigen Ärzten in Deutschland mehr als 60.000 Fachärzte regelmäßig Verfahren aus der Komplementärmedizin in ihrer täglichen Praxis an. Über 40.000 haben eine Zusatzbezeichnung im Bereich der Komplementärmedizin erworben oder eine curriculare Ausbildung abgeschlossen. Die Integrative Medizin ist inzwischen Realität in der täglichen medizinischen Praxis.

 

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Wie die Integrative Medizin in der Praxis umgesetzt werden kann, zeigte 2016 der » Congress for Integrative Health and Medicine in Stuttgart: 

Hauptstadtbüro Integrative Medizin und Gesundheit

In Berlin hat sich 2014 das "Hauptstadtbüro Integrative Medizin und Gesundheit" als Interessenvertretung für die verschiedenen Ansätze der Integrativen Medizin gegründet. Gleichzeitig setzen sich die beteiligten Verbände dafür ein, das Bild der Komplementärmedizin in der Öffentlichkeit zu vervollständigen. Es ist das erklärte Ziel des Hauptstadtbüros Komplementärmedizin, den Pluralismus und die Therapiefreiheit in der Medizin weiter zu entwickeln und zu fördern – damit die Patientinnen und Patienten weiterhin frei wählen können, wie und von wem sie behandelt werden möchten.

Auch die Anthroposophische Medizin – vertreten über ihren Dachverband Anthroposophische Medizin in Deutschland (DAMiD) – beteiligt sich an diesem gemeinsamen Auftritt. Neben dem DAMiD sind dort folgende Verbände vertreten: Deutscher Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ), Hufelandgesellschaft (Dachverband der Ärztegesellschaften für Naturheilkunde und Komplementärmedizin), der Kneipp-Bund, AnthroMed sowie der Verband Freie Gesundheitsberufe.

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