Viel Austausch bei der 2. Heilberufe-Tagung für Anthroposophische Medizin

Für die Anthroposophische Medizin sind rhythmische Prozesse zentraler und integraler Bestandteil der medizinischen Versorgung – sowohl im Bereich der Diagnostik und Therapie als auch bei den Arzneimitteln. Wie diese Rhythmen klug eingesetzt und im klinischen Alltag gestärkt werden können, stand im Mittelpunkt der „2. Heilberufetagung für Anthroposophische Medizin“, die am 30./31. Oktober 2015 vom Dachverband Anthroposophische Medizin in Deutschland (DAMiD) und der Medizinischen Sektion am Goetheanum (Schweiz) in Herdecke durchgeführt wurde. Die Tagung war von engagierten Beiträgen und viel gegenseitigem Respekt zwischen den teilnehmenden Berufsgruppen – Ärzten, Pflegenden, Therapeuten – geprägt.

Im Austausch mit den Teilnehmer/innen wurde das Thema „Rhythmus“ aus ganz unterschiedlichen Perspektiven vorgestellt – zum Beispiel auf einzelne Krankheitsbilder bezogen, aber auch auf die Arbeitsbedingungen im klinischen Alltag („Krankenhaus als Rhythmuskiller“). Nach einführenden Beiträgen von den Ärzten Dr. med. Matthias Girke („Welchen Einfluss haben entkoppelte Lebensrhythmen auf die Entstehung der häufigsten Erkrankungen?“) und Knut Humbroich („Rhythmus und Migräne“) tauschten sich ein Vertreter der Anthroposophischen Pflege und ein Anthroposophischer Klinikarzt im Dialog über Rhythmen im Klinikalltag aus. Dabei wurde deutlich, dass es eine große Herausforderung ist, rhythmische Fragestellungen nicht nur in Hinblick auf die Patienten, sondern auch in Hinblick auf die Pflegenden und Ärzt/innen zu berücksichtigen. Gleichzeitig wurde immer wieder deutlich, dass Rhythmen ein großes gesundendes Potenzial haben – und gerade in Zeiten großer Leistungsdichte und schneller Taktgebung besonders heilsam wirken können.

Lernen am konkreten Beispiel

Am zweiten Tag standen vor allem konkrete Themen und Fallbeispiele im Mittelpunkt. Berufsgruppenübergreifend wurden Fallvignetten aus den Fachbereichen Neurologie, Psychiatrie, Geburtshilfe, Geriatrie und Pädiatrie vorgestellt. Zwei Arbeitsgruppen („Soziale Rhythmen im Krankenhaus“ und „Rhythmische Massage“) rundeten das praxisbezogene Tagungsangebot ab. In den Arbeitsgruppen und bei der Vorstellung der Fallvignetten wurde sehr konkret erarbeitet, welche Ansätze sich in Bezug auf eine stärkere Berücksichtigung von therapeutischen und sozialen Rhythmen in der Praxis bewährt haben.

Im abschließenden Vortrag stellte PD Dr. Dirk Cysarz aktuelle Ergebnisse aus der Rhythmusforschung vor und zeigte anhand der Ergebnisse auf, dass viele Ansätze der Anthroposophischen Medizin, die auf die Stärkung der rhythmischen Prozesse im menschlichen Organismus abzielen, inzwischen von der modernen Rhythmusforschung bestätigt werden. Er wies allerdings auch darauf hin, dass die Effekte der spezifischen Anthroposophischen Therapien wie Heileurythmie oder Kunsttherapie noch weiter erforscht werden müssen.

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Der DAMiD repräsentiert die Anthroposophische Medizin in allen gesellschaftlichen Bereichen des deutschen Gesundheitswesens. Als Dachorganisation vertritt der Verband die übergeordneten Belange und Interessen seiner 16 Mitglieder. Mitgliedsorganisationen sind Berufsverbände, Klinikverband, gemeinnützige Altenhilfe, Behindertenhilfe sowie die Hersteller Anthroposophischer Arzneimittel.

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