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Eigentlich müsste er es besser wissen: Erneut hat sich Gesundheitsminister Karl Lauterbach gegen die Homöopathie positioniert und gefordert, homöopathische Arzneimittel nicht mehr als Satzungsleistungen durch die Krankenkassen erstatten zu lassen. Für die geltende Therapiefreiheit wäre das eine klare Fehlentscheidung. Politisch wird es auch in unseren Meldungen aus dem Bundestag, wo kürzlich wichtige Gesetze zur Pflege und zu den GKV-Finanzen verabschiedet wurden bzw. werden. Und zum Schluss zeigt eine Studie zur ganzheitlichen Therapie bei Rückenschmerzen gute Ergebnisse.

Pflege, Klima, Spargesetz – leider keine rosigen Aussichten in dieser monatlichen Themen-Auslese: Die Pflege ringt (immer noch) um die Schaffung von Pflegekammern, die Klimakrise manifestiert sich inzwischen auch als psychische Belastung und das neue Gesetz aus dem Hause Lauterbach zur Stabilisierung der GKV-Finanzen hält nicht, was es (nicht nur im Titel) verspricht.

Der Sommer war heiß. Kein Wunder, dass immer mehr Ärzteverbände und Organisationen mehr Engagement gegen den Klimawandel fordern – und auch selbst Klimasprechstunden & Co. anbieten. Heiß ist auch immer wieder die Debatte um die Homöopathie – in Baden-Württemberg haben jetzt zwei Spitzenpolitiker kommentiert, dass sie die ständigen Attacken gegen die Homöopathie maßlos übertrieben finden. Und weitere gute Nachrichten gibt es aus der Geburtshilfe: Das neue „Bündnis Gute Geburt“ macht sich für konkrete Reformen und einen echten Kulturwandel in der Geburtshilfe stark. Wir dürfen gespannt sein.

Licht und Schatten in den vergangenen Wochen: Geht es endlich voran mit den Plänen für mehr Akademisierung bei den Pflege- und Therapieberufen? Neue, starke Argumente sprechen dafür. Einen Schritt zurück geht es leider in der ärztlichen Berufspolitik: Die Zusatzbezeichnung Homöopathie wurde aus der Musterberufsordnung der Bundesärztekammer gestrichen. Kein gutes Signal – weder für die komplementärmedizinischen Ärzt:innen, noch für die Patient:innen, die zertifiziert ausgebildete homöopathische Ärzt:innen brauchen.

Chronische Erkrankungen – zum Beispiel Depression und Demenz – verursachen große Aufwendungen im Gesundheitswesen, von dem Leid der Betroffenen mal ganz abgesehen. Zwei neue Studienprojekte zeigen, dass wir gerade bei diesen Krankheitsbildern viel mehr auf Prävention setzen sollten. Und noch eine Meldung, die – zumindest grundsätzlich – Hoffnung macht: In der Pflege schlummert ein großes Potenzial an top ausgebildeten Kräften, die in ihren Beruf zurückkehren (oder Stunden aufstocken) würden, wenn sich die Arbeitsbedingungen ändern.

Die Akutphase der Pandemie ist vorbei. Trotzdem scheint es in Deutschland schwer zu sein, aus der Angst- und Erregungsspirale herauszufinden, siehe Debatte um die Impfpflicht. Dabei wäre jetzt ein guter Zeitpunkt, den Umgang mit der Pandemie sorgfältig (und gestützt durch valide Daten) aufzuarbeiten, wie zum Beispiel der Ethikrat fordert. Denn Angst und Stress machen auch jenseits von Viren krank, wie zum Beispiel eine neue Studie zeigt: die psychische Gesundheit hat große Auswirkungen auf das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.