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Es darf wieder gestritten werden: Statt reiner Durchhalteparolen auf der einen und kruder Verschwörungstheorien auf der anderen Seite ist nun wieder mehr Platz für Zwischentöne, für (berechtigte) Einwände, für kritische Stimmen. Zum Beispiel kritisieren die KinderärztInnen zu Recht, dass die Bedürfnisse von Kindern- und Heranwachsenden bislang völlig untergegangen sind… Auch am neuen Gesetzesentwurf von Jens Spahn gibt es manches auszusetzen. Das gilt übrigens auch für die neue Stellungnahme des Ethikrates zur Robotik in der Pflege, die beim Verband für Anthroposophische Pflege echtes Entsetzen hervorgerufen hat. Und noch etwas zur Digitalisierung: Die elektronische Patientenakte soll nun tatsächlich nächstes Jahr kommen.

Endlich belebt sich die medizinisch-gesellschaftspolitische Debatte wieder, die seit dem Aufkommen des Corona-Virus‘ zunächst in Schockstarre verfallen war. Auch die Anthroposophische Medizin bringt sich in den Diskurs ein. Besonders beliebt sind Videos – hier geht’s zu einigen Statements aus der Community…

Gesetze im Eilverfahren: Im Zuge der Corona-Krise hat die Gesundheitspolitik gleich acht Gesetze für weitreichende Maßnahmen verabschiedet – auch zur finanziellen Unterstützung von Praxis, Klinik und Pflege. In den Medien hat Corona natürlich ebenfalls extrem dominiert. Gleichzeitig erleben wir viel Solidarität in der Gesellschaft – zum Beispiel in der Nachbarschaft. Und auch auf anderes Positives wollen wir aufmerksam machen: BürgerInnen konnten wählen, welche Themen wissenschaftlich stärker berücksichtigt werden sollten. Und neue Hoffnung für Rückenschmerzen-Geplagte: Placebos können sich hilfreich auswirken, wie eine Studie kürzlich zeigte.

Wie kann man auf die Idee kommen, dass Medizin eine reine Naturwissenschaft sei? Alleine die Debatte um die Sterbehilfe zeigt, wie intensiv ethische Fragestellungen in die Medizin verwoben sind. Nun fordert das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes eine neue Debatte in dieser extrem sensiblen Frage. Ansonsten viel Gutes aus der Integrativen Medizin: Krebspatienten der Uni Bonn können nun kostenlos Kunsttherapie in Anspruch nehmen. In Bayern kooperieren die Uniklinken in Würzburg und Bamberg zur Integrativen Medizin. Und eine neue Studie hat gezeigt, dass Kinder mit Migräne deutlich besser von Gesundheitsförderung profitieren als von Medikamenten.

Das hatte sich Jens Spahn anders vorgestellt: Mitte Januar stand die Abstimmung im Bundestag über die von ihm favorisierte Widerspruchslösung bei der Organspende an. Aber die Abgeordneten haben sich dagegen ausgesprochen. Gute Nachrichten auch aus der Pflege: Die Altenpflege soll besser entlohnt werden. Ansonsten haben die Grünen ihre Homöopathie-Kommission nun doch abgesagt, leider kein gutes Signal in der überhitzten Debatte. Und last but not least: Nutzen Sie jeden Strahl Sonne, den Sie kriegen können – eine neue Studie gibt der Lichttherapie gute Noten bei saisonaler Depression!

Was ist das eigentlich – Anthroposophische Medizin? Was kann sie, was will sie? Was gehört dazu? Mit den Antworten könnte man Bücher füllen – oder auch versuchen, diesen integrativen Ansatz mal grafisch so darzustellen, dass die wichtigsten Bezüge auf einen Blick erkennbar werden. Denn ein Bild sagt mehr als tausend Worte, oder?