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Drei Themen haben wir für Sie in diesem Monat herausgegriffen: die Debatte um die Impfpflicht; eine neue Patientenleitlinie zur Integrativen Krebstherapie sowie einen lesenswerten und sehr praxisorientierten Appell für mehr Menschlichkeit in der Medizin, dem wir uns ausdrücklich anschließen möchten.

Neue Erkenntnis: Auch Typ-1-Diabetiker können fasten und ihren Stoffwechsel unter Fastenbedingungen gut steuern: Das hat ein Team um Dr. Bettina Berger von der Universität Witten/Herdecke (UW/H) gezeigt. Die Forscherin vom Lehrstuhl für Medizintheorie, Integrative und Anthroposophische Medizin wurde dafür mit dem Holzschuh-Preis für Komplementärmedizin ausgezeichnet.

Gesundheitspolitisch haben zwei Themen – eines bekannt, eines neu – den November dominiert: Das Krisen-Management zu Pandemie und Impfung auf der einen und die rot-grün-gelbe Koalitionsbildung auf der anderen Seite. Und ja, einen neuen Bundesgesundheitsminister gibt es nach einiger Suche auch: Karl Lauterbach (SPD).

Politisch ging es im Oktober natürlich vor allem um die Regierungsbildung. Die Gesundheitspolitik hat in den Sondierungsgesprächen allerdings (mal wieder) kaum eine Rolle gespielt – und das trotz anderthalb Jahren Pandemiegeschehen mit allem, was dazu gehört! Dabei leiden viele unter den Entwicklungen der letzten Monate. Neue Studien zeigen zum Beispiel, dass Depressionen und Angsterkrankungen weltweit drastisch zugenommen haben. Unser Umgang mit Pandemien wäre also durchaus eine Debatte wert. Auf dem 12-seitigen Ergebnispapier, mit dem es in die Koalitionsverhandlungen gehen soll, nimmt das Thema Medizin und Gesundheit aber gerade mal 18 Zeilen ein. Das ist kein gutes Signal.

Dass es durchaus auch konkreter und innovativer geht, macht in Bayern der dortige Gesundheitsminister Klaus Holetschek vor, der sich kürzlich ganz explizit für mehr Integrative Medizin stark gemacht hat und einen entsprechenden Lehrstuhl fordert. Und noch weitere gute Nachrichten aus der Integrativen Medizin: Ab sofort ist der Mistelhersteller ABNOBA GmbH mit dem forschenden Carl Gustav Carus-Institut in Öschelbronn unter einem Dach vereint.

Im Grunde ist es ja ganz einfach: Gesunde Menschen gibt es nur auf einem gesunden Planen. Auch die Weltgesundheitsorganisation hat das Thema im Visier und hat kürzlich strengere Grenzwerte für Luftschadstoffe empfohlen. Denn schon heute hat der Klimawandel gravierende Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit, auch in Deutschland. Deshalb machen sich auch hierzulande immer mehr Gesundheitsberufe dafür stark, Veränderungen zum Klimaschutz anzustoßen.

Eine echte Herausforderung für die Medizin sind auch die chronischen Erkrankungen, die heute einen Großteil der Ressourcen im Gesundheitswesen binden. Nun kommt eine neue Studie zu dramatischen Ergebnissen: In der Generation X (geboren zwischen 1965 und 1979) hat bereits jeder Dritte vor dem 50. Lebensjahr mehrere chronische Gesundheitsprobleme. Zum Schluss aber noch gute Nachrichten aus der Integrativen Medizin: Eine Studie hat ergeben, dass die Mehrzahl der Eltern bei ihren Kindern auf komplementärmedizinische Verfahren wie Homöopathie oder Osteopathie setzen – und damit gute Erfahrungen gemacht haben.

Die Zeit der Koalitionsgespräche (die sich hinziehen wird) ist immer auch die Zeit, auf dem politischen Parkett für das eigene Anliegen einzutreten. In der Gesundheitspolitik fordern jetzt zwei Berufsgruppen, die sonst oft überhört werden, selbstbewusst einen Wandel in der Medizin: Die Künstlerischen Therapien und die Pflege. Auch die Anthroposophische Medizin ist beteiligt.