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Die Pflege bleibt ein Dauerbrenner. Während sich die Regierung mit ihrer „Konzertierten Aktion Pflege“ vor allem selbst lobt, kritisieren viele ExpertInnen, dass zu wenig getan wurde, um den Beruf wirklich strukturell und finanziell aufzuwerten. Eigentlich eine Tragödie, denn viele Menschen interessieren sich sehr für pflegerische Tätigkeiten. Wie eine menschenwürdige Pflege aussehen sollte, erzählt zum Beispiel Rolf Heine, Experte für Anthroposophische Pflege, im » Podcast der Kampagne „weil’s hilft – Naturmedizin und Schulmedizin gemeinsam“. Interessant ist dazu auch ein neues Studienvorhaben, mit dem geklärt werden soll, was es braucht, damit ausgebildete Pflegekräfte in den Beruf zurückkehren oder ihre Stunden erhöhen. Hier schlummert noch einiges an Potenzial.

Natürlich gab es auch wieder Corona-Debatten - um die Impfquote, um Impfdurchbrüche, auch um den Inzidenzwert als alleinigen Maßstab. Eine positive Nachricht ging ziemlich unter: In einer Studie wurde gezeigt, dass Menschen, die sich grundsätzlich gesund ernähren, seltener schwer an Covid-19 erkranken. Eine ganz andere Debatte gab und gibt es um die Pränataldiagnostik: Der Gemeinsame Bundesausschuss hat den pränatalen Bluttest zur Entdeckung von Trisomien nun final als Kassenleistung durchgewunken. Keine gute Nachricht für eine Gesellschaft, die sich ansonsten allerorten um mehr Diversität bemüht.

Ziemlich krank, oder? Oft wird in der Medizin vor allem ÜBER PatientInnen entschieden statt MIT ihnen. Dass es auch anders geht, soll das erste Bürgergutachten Gesundheit zeigen. Per Zufallsprinzip werden ganz normale BürgerInnen ausgewählt, die mit ExpertInnen an der Frage arbeiten, welche Medizin wir wirklich wollen. Initiiert wird das Gutachten von GESUNDHEIT AKTIV und dem Verein NATUR UND MEDIZIN.

Wird der Klimawandel das nächste große Thema im Gesundheitswesen? Es wäre höchste Zeit. Inzwischen warnen immer mehr Initiativen, Verbände und Fachgesellschaften vor wachsenden gesundheitlichen Folgen des Klimawandels und machen sich für einen Wandel in der Klimapolitik stark. Heute bekommt das Thema – sehr angemessen – auch in den Medien mehr Raum, während solche Warnungen früher nur gehört wurden, wenn es im Sommer extrem heiß wurde. In den vergangenen Wochen haben sich unter anderem die "Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit" (KLUG) sowie das Aktionsnetzwerk "Health for Future" mit neuen Positionspapieren und Vorschläge in die Debatte eingebracht.

Neue Ansätze für das Gesundheitswesen fasst auch eine aktuelle Zukunftsagenda der Robert Bosch Stiftung zusammen, die einen klaren Neustart in Gesundheit und Medizin fordert. Wenig innovativ liest sich hingegen das gesundheitspolitische Wahlprogramm der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, das kürzlich veröffentlicht wurde. Leider spielt die Integrative Medizin als neue Perspektive keine Rolle, obwohl es zwischenzeitlich schon mal anders ausgesehen hatte.

Nach wie vor wird über das Thema Suizidbeihilfe engagiert diskutiert: Die Bundesärztekammer hat beim 124. Ärztetag den Beschluss gefasst, das generelle Verbot der ärztlichen Sterbehilfe aus der Muster-Berufsordnung zu streichen. Die Debatte um eine neue gesetzliche Regelung geht derweil weiter. Ein zentraler Punkt wird sicherlich die Weiterentwicklung der Angebote aus Palliativmedizin und Hospizarbeit sein. Gut zu diesem Thema passt eine neue Initiative aus der Politik, das Thema Einsamkeit aus der Tabuzone zu holen. Nicht zuletzt haben einsame Menschen neben dem seelischen Leidensdruck erhöhte gesundheitliche Risiken. Neuigkeiten gibt es auch aus der Pflege: Statt der großen Pflegereform soll es nun erstmal eine abgespeckte Version richten – unter anderem mit Regeln zur Bezahlung nach Tarif in der Altenpflege. Und noch gute Nachrichten zum Schluss: England macht vor, wie wirksam eine Zuckersteuer sein kann, obwohl es auch im Königreich kräftigen Widerstand gab. Daran darf sich die EU ruhig ein Beispiel nehmen, oder?

Eltern unter Druck: Auf der einen Seite der Job und auf der anderen Seite die Kinder und das Familienleben. Und jetzt noch Homeschooling! Kein Wunder, dass viele erschöpft sind. Eine neue Perspektive gibt es bald im Norden: Auf Rügen ist momentan eine Mutter-/Vater-Kind-Kureinrichtung in Aufbau, das die ganzheitliche Perspektive der Anthroposophischen Medizin und Waldorfpädagogik integriert.

Anthroposophische Medizin ist systemrelevant: Auch in der Versorgung von Covid-19-Patienten leisten anthroposophische Ärzte in der Praxis und im Krankenhaus in vielen Ländern hoch engagiert ihren Beitrag. Dabei wurden integrative und patientenzentrierte Behandlungskonzepte entwickelt, die kürzlich in einer Online-Konferenz vorgestellt wurden.