Ute Gruhn, Dipl. Ernaehrungswissenschaftlerin

Kann gutes Essen heilsam sein? Das fragen sich die Patienten manchmal, wenn sie neu in die Havelhöher Herzschule kommen. Die meisten von ihnen leiden an einer chronischen Herzerkrankung und erleben bei uns, wie sie durch eine gemeinsam gestaltete Lebensstiländerung zu neuem Wohlbefinden und vermehrter Herzgesundheit zurückfinden können. Lebensstiländerung heißt in diesem Zusammenhang neben einer herzgesunden Kost auch das achtsame Bewegen, Umgang mit Stress und seinen Gefühlen.

Das ist auch das, was ich an der Anthroposophischen Medizin, auf der die Herzschule beruht, so schätze: sie setzt nicht nur am erkrankten Organ an. Es ist vielmehr das Zusammenspiel von Körper, Seele und Geist. Es muss das Gleichgewicht wiederhergestellt sein, damit der Mensch gesunden kann.
Ebenfalls grundlegend für die Anthroposophische Medizin und die Herzschule: es geht darum, dass die Patientinnen und Patienten selbst Initiative zeigen. Es geht also auch um Eigenverantwortung und Eigenaktivität. Wir leiten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an, damit sie lernen, ihre ganz individuellen Gesundheitsressourcen zu aktivieren. 

Das Besondere an der Herzschultätigkeit? Das ist für mich das Arbeiten im Team! Denn durch den lebendigen Austausch mit den anderen Therapeuten erweitert sich mein Blickwinkel auf den einzelnen Menschen und sein Problem. Eigentlich ist es ein ständiges aneinander Lernen und Wachsen.

Auch jetzt, wo ich in ein Alter komme, in dem ich mich langsam zurücklehnen kann, erlebe ich, wie sehr das Lernen des Herzens mein Leben bereichert.

Ute Gruhn, Ernährungswissenschaftlerin, langjährige Tätigkeit in der Havelhöher Herzschule, Havelhöher Gewichtsklasse und in der Ernährungsberatung im anthroposophischen Krankenhaus Havelhöhe (Berlin)

 

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