Integrative Medizin im Gespräch

Anthroposophische Medizin fordert mehr Integrative Medizin

Berlin, 2. Juni 2020. Die Corona-Krise zeigt beispielhaft auf, wie schnell weltweit die Medizinsysteme an ihre Grenzen stoßen. Der Wettlauf, bei neuen oder bisher unbekannten Erregern mit ausschließlich pathologischem Blick Medikamente zu entwickeln, stößt schnell an ökonomische Grenzen und kommt regelmäßig zu spät. Dieser Wettlauf wiederholt sich absehbar, denn der nächste Erreger, oder die Mutation als Variante eines bekannten Erregers, spricht wiederum auf dann bereits etablierte Arzneimittel nicht an.

Integrative Medizin bezieht Position

Auf diese und andere strukturelle Probleme geht die Hufelandgesellschaft (Ärztlicher Dachverband für Naturheilkunde, integrative und komplementäre Medizin) in ihrem neuen Positionspapier zu COVID-19 ein, mit dem sich die Fachgesellschaft in die gegenwärtige gesundheitspolitische Debatte eingebracht hat. Auch die Gesellschaft Anthroposophischer Ärzte in Deutschland (GAÄD) als Mitglied in der Hufelandgesellschaft hat sich an dem Prozess beteiligt.

In dem Paper ruft die Hufelandgesellschaft dazu auf, statt ausschließlich erregerorientiert vorzugehen, mehr auf die Erkenntnisse der Integrativen Medizin zu setzen, um die individuelle Gesundheit und Immunabwehr der Menschen zu stärken. Auch das Zurückdrängen der sogenannten Zivilisationskrankheiten wie Diabetes mellitus, koronare Herzkrankheit, Bluthochdruck und Übergewicht, verringere die Infektanfälligkeit großer Bevölkerungsanteile: „Alle medizinischen Fachrichtungen sollten diesem Ziel verpflichten werden, denn nur so wird eine unspezifische Verbesserung der Abwehrlage auch bei zukünftigen Infektionswellen neuer oder bis dahin unbekannter Erreger erreicht.“

Erkenntnisse und Erfahrungen berücksichtigen

„Es ist extrem wichtig, die Erkenntnisse und Erfahrungen aus der Integrativen Medizin in die zu entwickelnden Konzepte einfließen zu lassen“, kommentiert Barbara Wais, Geschäftsführerin des DAMiD, das Positionspapier. „Der Integrativen Medizin gelingt es in der Regel besser, die PatientInnen zu einem gesunden Lebensstil sowie zu mehr Eigenverantwortung für die eigene Gesundheit anzuleiten. Dieses Potenzial sollten wir unbedingt nutzen.“

Die » Hufelandgesellschaft ist die Dachorganisation der Ärztinnen und Ärzte in Deutschland, die komplementärmedizinisch und integrativ arbeiten. Sie vertritt über 60.000 Ärztinnen und Ärzte auf bundes- und landespolitischer Ebene.

Mehr wissen?

Hier geht es zum » Positionspapier der Hufelandgesellschaft

 

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