Frau mal an Staffelei

Anthroposophische Kunsttherapie bekommt Kann-Empfehlung in erster Leitlinie zur Komplementärmedizin in der Krebstherapie

Berlin, 3. November 2021. Leider nicht selten: Der Brustkrebs ist überstanden, doch auch danach geht es vielen Frauen nicht gut, sie sind erschöpft und schlafen schlecht. Hoffnung macht die Anthroposophische Medizin: In der neuen ärztlichen S3-Leitlinie der Wissenschaftlichen Fachgesellschaften gibt es eine Kann-Empfehlung für anthroposophische Maltherapie und Eurythmietherapie für Brustkrebsüberlebende, die an Fatigue/Erschöpfung und Schlafstörungen leiden. Die Empfehlung basiert auf zwei aktuellen Studien von 2017 und 2018.

Mehr Beratungskompetenz für Ärzt:innen – Leitlinie war überfällig

Die S3-Leitlinie zur Komplementärmedizin in der Krebstherapie, die im Juli 2021 erstmalig publiziert wurde, war überfällig. Denn viele Krebspatientinnen und -patienten möchten mit Komplementärmedizin ihren Krankheitsverlauf positiv beeinflussen oder die Nebenwirkungen der Therapien lindern. Allerdings kennen sich längst nicht alle Haus- und Fachärzt:innen, die Krebspatient:innen betreuen, mit diesen Verfahren aus – zum Beispiel mit der Misteltherapie oder mit Kunst- und Bewegungstherapien aus der Anthroposophischen Medizin.

Dieses Defizit in der Beratungskompetenz soll die S3-Leitlinie ausgleichen und Ärzt:innen befähigen, ihren Patient:innen fundierte Empfehlungen für komplementäre, also ergänzende, Therapien an die Hand zu geben. Ganz praktisch werden in der Leitlinie für einige Methoden konkrete Empfehlungen ausgesprochen, von anderen Maßnahmen wird abgeraten. Die Leitlinie informiert auch darüber, wenn derzeit für bestimmte Substanzen oder Verfahren nicht genügend ausreichende Evidenz vorliegt, um eine Empfehlung auszusprechen. Insgesamt fallen die Empfehlungen in dieser Leitlinie eher zurückhaltend aus, die Anforderungen an die Studien, die überhaupt berücksichtigt wurden, waren sehr hoch.

Kann-Empfehlung für Anthroposophische Kunsttherapie

Umso positiver kann bewertet werden, dass die Anthroposophische Kunsttherapie (ebenso wie die Heileurythmie) eine Kann-Empfehlung bei der Fatigue-Therapie von Brustkrebsüberlebenden bekommen hat.

Im praktischen Alltag kann und sollte diese Leitlinien-Empfehlung nun dazu beitragen, dass Ärzt:innen ihren Patientinnen, die nach der Akutphase an Erschöpfung und Schlafstörungen leiden, verstärkt Anthroposophische Kunsttherapie und auch Heileurythmie verordnen.

Mehr erfahren?

Die S3-Leitlinie „Komplementärmedizin in der Behandlung von onkologischen Patient*innen“ wurde unter Federführung der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG), der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO), der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) und der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) erarbeitet. Darüber hinaus haben insgesamt 72 FachexpertInnen aus 46 Fachgesellschaften mitgearbeitet.

Die S3-Leitlinie ist online als » Lang- und Kurzfassung verfügbar.

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